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ALTES GB

Meine Kunst leben

 

Wir waren und sind keine perfekte Familie und doch die Beste die es gibt.

 Mein Vater war gelernter Trickfilmzeichner, war jahrelang freiberuflich Karikaturist bei einer großen Tageszeitung. Als Rentner hatte er noch lange das Zeichnen als Hobby betrieben. Ich wünschte, er hätte sein Talent bis an sein Lebensende behalten dürfen, aber das Alter nahm es ihm so nach und nach... Im November 2009 starb mein lieber Papa.

Im Laufe der zurückliegenden Jahrzehnte entstanden viele tausend Karikaturen von ihm.

Meine Mutter malte sehr schöne Aquarellbilder, und auch unglaubliche Bilder freihand mit der Mouse am Computer. Sie mochte die Natur so sehr - die Berge, das Meer, Blumen und Wälder... All diese Liebe hielt sie in ihren Bildern fest. Meine Mama entdeckte ihre Leidenschaft für die Malerei erst sehr spät. Nach entbehrungsreichem Leben konnte sie endlich auch ein bisschen an sich - an ihre Wünsche und Träume -  denken. Doch viel zu wenig Zeit blieb ihr, um das Leben endlich genießen zu können. Im Frühjahr 2003 starb meine liebe Mama.

Immer wieder höre ich andere Menschen sagen, wie ähnlich ich meiner Mutter bin. Das macht mich sehr stolz und glücklich, denn so habe ich sie nicht nur tief in meinem Herzen, sondern spüre, dass sie immer bei mir sein wird. Besonders  nahe bin ich ihr, wenn ich male.

Seit frühester Kindheit male ich leidenschaftlich gern.

Ich erinnere mich, an die Freude im Kunstunterricht, an das magische Erlebnis mit dem Pinsel über die trockenen, noch ganz reinen Farben eines neuen Malkastens zu reiben, an das Gefühl, wenn

die Farben auf dem Papier zu leben anfingen ...nur durch mich!

Später gab es verschiedene Phasen des Ausprobierens.

So zeichnete ich zum Beispiel wochenlang nur Skispringer, wie sie durch die Lüfte flogen. Dann gab es eine Zeit, wo Selbstporträts absolute Priorität hatten. Auch meine Eltern und Geschwister, sowie unser damaliger lieber Familienhund Purzel wurden anhand einer Fotovorlage gezeichnet.

In meiner „ständig verliebt“- Phase waren Blumen, Herzen und Schwäne Objekt meiner Malbegierde.

Aber eines hatten all diese damals gezeichneten und gemalten Bilder gemeinsam. Sie entstanden aus der Ruhe heraus. Es war mir damals nicht bewusst, doch wenn ich heute darüber nachdenke, war es schon damals so, dass die Stille um mich herum Voraussetzung war, um mich ganz meiner Fantasie hin geben zu können...

Es kamen Jahre, wo ich keine Zeit fand zum Malen. Aber wenn ich mir diese Zeit vor Augen halte, fand ich trotzdem Wege...

Jeder kennt die Situation, man telefoniert oder ist völlig in Gedanken versunken, mit einem Stift in der Hand auf einem Papier kritzeln...

So war es bei mir ständig, wenn die Situation es erlaubte. Wieder „bei Bewusstsein“ lagen da plötzlich kleine Bildchen vor mir, nur entstanden durch mein “inneres ICH“, und viele Menschen, die diese zu Gesicht bekamen, waren davon begeistert.

Meine Liebe zur Malerei blieb also ungebrochen!

Durch meine kleinen unbewusst entstandenen Bildchen hatte ich erkannt, dass es möglich ist, mit seinem eigenen ICH zu kommunizieren und so seine Emotionen durch gemalte Bilder sprechen zu lassen.

Vor einigen Jahren, als ich seelisch aus dem Gleichgewicht geriet, habe ich wieder angefangen, mich ganz intensiv mit dem Malen zu beschäftigen. Viele meiner Bilder hat meine Mama noch gesehen, und sie war sehr stolz auf mich. Als sie dann sehr krank wurde, habe ich vieles, was sich damals an Emotionen anstaute, in meiner Kunst verarbeiten können. Das half mir stark zu bleiben, um für meine liebe Mama da sein zu können.

Meine Bilder sprechen die Sprache meiner Gefühle. Meine Inspration ist die Stille, ich höre ganz in mich hinein und lasse Bilder zum Leben erwachen, die mein Unterbewusstsein, meine Fantasien und Gefühle zum Ausdruck bringen.

Dieser fast mediale Charakter meiner Kunst und ihr inspirativer Anteil,
zeigt, wie lebendig sie ist, aber auch wie unverfügbar...

Wenn ich male und dabei ganz in mich versinke, weiß ich eigentlich nie, ob etwas und was auf mich zukommt.

Das Größte für mich ist, wenn der Betrachter es zulässt, sich in meinen Bildern fallen zu lassen, wenn Emotionen in ihm aufkommen, die er glaubte gar nicht mehr zu haben...