Seit frühester Kindheit male ich leidenschaftlich gern. Ich erinnere mich, an die Freude im
Kunstunterricht, an das magische Erlebnis mit dem Pinsel über die trockenen, noch ganz reinen Farben eines neuen Malkastens zu reiben, an das Gefühl,
wenn die Farben auf dem Papier zu leben anfingen ...nur durch mich!
Später gab es verschiedene Phasen des Ausprobierens.
So zeichnete ich zum Beispiel wochenlang nur
Skispringer, wie sie durch die Lüfte flogen. Dann gab es eine Zeit, wo Selbstporträts absolute Priorität hatten. Auch meine Eltern und Geschwister, sowie mein Hund Purzel wurden
anhand eines Fotos gezeichnet.
In meiner „ständig Verliebtsein“- Phase waren Blumen, Herzen und Schwäne Objekt meiner Malbegierde.
Aber eines hatten all diese damals gezeichneten und gemalten Bilder gemeinsam. Sie entstanden aus der Ruhe heraus. Es war mir damals nicht bewusst, doch wenn ich
heute darüber nachdenke, war es schon damals so, dass die Stille um mich herum Voraussetzung war, um mich ganz meiner Fantasie hin geben zu können...
Es kamen Jahre, wo ich keine Zeit fand zum Malen. Aber wenn ich mir diese Zeit vor Augen halte, fand ich trotzdem Wege...
Jeder kennt die Situation, man telefoniert oder ist völlig in Gedanken versunken, mit einem Stift in der Hand auf einem Papier kritzeln...
So war es bei mir ständig, wenn die Situation es erlaubte. Wieder „bei Bewusstsein“ lagen da plötzlich kleine Bildchen vor mir, nur entstanden durch mein “inneres
ICH“, und viele Menschen, die diese zu Gesicht bekamen, waren davon begeistert.
Meine Liebe zur Malerei blieb also ungebrochen!
Durch meine kleinen unbewusst entstandenen Bildchen hatte ich erkannt, dass es möglich ist, mit seinem eigenen ICH zu kommunizieren und so seine Emotionen durch gemalte Bilder sprechen zu lassen.
Vor einigen Jahren, als ich seelisch aus dem Gleichgewicht geriet, habe ich wieder angefangen, mich ganz intensiv mit dem Malen zu beschäftigen. Viele meiner Bilder
hat meine Mama noch gesehen, und sie war sehr stolz auf mich. Als sie dann sehr krank wurde, habe ich vieles, was sich damals an Emotionen anstaute, in meiner
Kunst verarbeiten können. Das half mir stark zu bleiben, um für meine Mutti da sein zu können.
Meine Bilder sprechen die Sprache meiner Gefühle. Meine Inspration ist die Stille,
ich höre ganz in mich hinein und lasse Bilder zum Leben erwachen, die mein Unterbewusstsein, meine Fantasien und Gefühle zum Ausdruck bringen.
Dieser fast mediale Charakter meiner Kunst und ihr inspirativer Anteil,
zeigt, wie lebendig sie ist, aber auch wie unverfügbar...
Wenn ich male und dabei ganz in mich versinke, weiß ich eigentlich nie, ob etwas und was auf mich zukommt.
Das Größte für mich ist, wenn der Betrachter es zulässt, sich in meinen Bildern
fallen zu lassen, wenn Emotionen in ihm aufkommen, die er glaubte gar nicht mehr zu haben...